Katalin Néray: Von der Neoavantgarde bis zur Transavantgarde

Erst neuerdings ist die kunsthistorische Forschung dabei, die "verborgenen Dimensionen" der Kunst der 60er Jahre, der Geburt der ungarischen Neoavantgarde aufzuarbeiten. Allmählich fügt sich das Bild zusammen, das die Entwicklung, die Linie der progressiven ungarischen Kunst von Nagybánya, vom Cafe Japán über den Festsaal des innerstädtischen Planungsinstituts / IPARTERV bis zu weiteren Orten aufzeigt, die wir heute alternativ nennen würden. Ausstellungen gab es damals in Privatwohnungen, verschiedenen Klubs, in Internaten, Kellern und Dachböden und sogar in der Höhle des Löwen im Tierpark...


Lóránd Hegyi: Radikale Eklektik

In Ungarn und im ganzen östlichen Mitteleuropa erfolgte in den letzten jahren ein radikaler politischer und wirtschaftlicher Umschwung. Jetzt, da die Euphorie nachgelassen hat, fallt es leichter, die verschiedenen Entwicklungsmodelle der einzelnen osteuropaischen Lander zu definieren. Es ist nun an der Zeit für eine differenziertere Analyse. Dies gilt besonders für eine Analyse der Zeitgenössischen ungarischen Kultur und bildenden Kunst, da die eigenstandige Entwicklung in Ungarn, der dort in den achtziger Jahren herrschende relative Liberalismus und die verhaltnismasig erfolgreiche Durchsetzung persönlicher Initiativen im ungarischen Kulturschaffen eine von der Situation der anderen Ostblocklander völlig unterschiedliche Lage geschaffen haben...


Peter Baum: Ungarn- Avantgarde im 20 Jahrhundert

Beginn der Moderne- Die Schule von Nagybánya
Ohne unzulassig vereinfachen zu wollen last sich der Beginn der modernen Malerei in Ungarn entscheidend mit einem Ereignis verknüpfen : mit der 1896 erfolgten Gründung der Künstlerkolonie in Nagybánya, die bis in die Zeit des 2. Weltkriegs exsistierte und seit langem als „Schule von Nagybánya” zu einem Begriff in der Kunstgeschichte wurde. Gegründet wurde die Kolonie von dem ungarischen Maler Simon Hollósy /1857-1918 /, der in München studierte dort ab 1886 eine Privatschule für Malerei betrieb und 1896 mit seinen Schülern über Budapest nach Nagybánya fuhr, wo man die langen Sommer über gemeinsam lebte und arbeitete...